Klaus irritiert von Londoner Reaktion auf irisches Nein zum Lissabon-Vertrag
Der tschechische Präsident Václav Klaus könne es nicht verstehen, weshalb das britische Parlament heute die Ratifizierung des Lissabon-Vertrages fortsetzen werde.
Das erklärte das Staatsoberhaupt in Prag vor Journalisten. Im Krankenhaus Na Bulovce, in dem sich Klaus von einer Hüftgelenkoperation erholte, gab der Präsident heute Vormittag seine erste Pressekonferenz nach dem operativen Eingriff. „Das irische Nein hat klar gesagt, dass der Lissabon-Vertrag am Ende ist. Ich denke, beleben sollte man Patienten, aber keinen Vertrag“, sagte Klaus in Anspielung an sein jetziges Umfeld. Vom Krankenhaus Na Bulovce soll Klaus noch heute in ein städtisches Rehabilitationszentrum verlegt werden.
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Regierung erfindet „Minister-Audit“ – und ebnet so Čuneks Rückweg ins Kabinett ... bestehen darauf, dass der Lissabon-Vertrag im Prager Parlament zu ratifizieren sei. „Das ist für uns eine grundlegende Angelegenheit“, sagte ČSSD-Parteichef Jiří Paroubek heute vor Journalisten.
Tschechiens Außenminister Schwarzenberg: „Kein Europa ohne Irland“
Der tschechische Außenminister Karel Schwarzenberg hat davor gewarnt, nach dem „Nein“ der Iren zum Lissabon-Vertrag Druck auf Irland auszuüben. „Das wäre jetzt das Dümmste, was wir tun könnten“, sagte er am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Am Rande des europäisch-israelischen Dialogs im Axel-Springer-Haus in Berlin erteilte Schwarzenberg auch Vorstellungen eine klare Absage, es könne ein Europa der 26 statt 27 Mitgliedstaaten geben. Irland sei elementarer Bestandteil Europas. „Nein, ich will kein Europa ohne Irland“, sagte er. Schwarzenberg warnte auch vor Druck auf andere Länder, die noch nicht den Reformvertrag ratifiziert hätten. „Dies wäre kontraproduktiv“, so Schwarzenberg.
Städte und Gemeinden in Tschechien bauen ihre Schulden ab
Die Gesamtverschuldung der tschechischen Städte und Gemeinden ist einer Analyse des Czech Credit Bureaus (CCB) zufolge im vergangenen Jahr um drei Prozent gesunken. Sie beträgt nunmehr etwas weniger als 112,5 Milliarden Kronen (ca. 4,7 Milliarden Euro). Damit sind die Schulden der tschechischen Kommunen erstmals seit dem Jahr 1993 zurückgegangen. Das gab CCB-Vorstandsmitglied Pavel Finger heute auf einer Pressekonferenz in Prag bekannt.
Tschechische Währung nähert sich der Kursmarke von 24 Kronen je Euro
Die tschechische Währung hat heute Vormittag zum wiederholten Male einen neuen Kursrekord zur europäischen Währung verzeichnet. Kurz nach 10 Uhr wurde sie mit einem Kurs von 24,08 Kronen je Euro gehandelt, womit sie um zwölf Heller gegenüber dem Vortag zugelegt hatte. Im Verhältnis zur amerikanischen Währung wurde sie zur gleichen Zeit mit einem Kurs von 15,53 Kronen je US-Dollar notiert. „Die tschechische Währung reagierte auf die verbesserte Schuldensituation in den Regionen und wird heute weitere kleine Zugewinne verzeichnen“, sagte der Analytiker der Gesellschaft Patria Finance, Tomáš Vlk.
Neue EU-Ziele zur Müllentsorgung sorgen bei Tschechiens EU-Abgeordneten für Missstimmung
Das Europäische Parlament hat gestern neue und ehrgeizige Ziele zur Müllaufbereitung in der EU verabschiedet. Gleichzeitig hat sie damit einer veränderten Sichtweise zur Nutzung von Müllverbrennungsanlagen zugestimmt. Das aber missfällt gleich mehreren tschechischen Europa-Abgeordneten. Sie hegen die Befürchtung, dass Tschechien aufgrund dieses Beschlusses zum „Müllentsorger Europas“ werden könne. Diese Befürchtungen teilt das tschechische Umweltministerium jedoch nicht.
Ehemaliges Roma-KZ soll zu Doku-Zentrum über den Holocaust ausgebaut werden
Im Areal des ehemaligen Roma-Konzentrationslagers in Hodonín u Kunštátu wird voraussichtlich ein internationales Dokumentations- und Bildungszentrum zum Holocaust an den Roma entstehen. Das gab die Ministerin für Minderheiten und Menschenrechte, Džamila Stehlíková, gestern vor Journalisten in Prag nach einer Sitzung des Regierungsrates für Roma-Angelegenheiten bekannt. Vor und während des Zweiten Weltkriegs lebten alten Unterlagen zufolge etwa 6500 Roma und Roma-Mischlinge im damaligen Protektorat Böhmen und Mähren. 1375 von ihnen wurden ins KZ Hodonín gesteckt.
Weltberühmter Tenor Joseph Calleja stellt sich in Ostrau vor
Der maltesische Tenor, Joseph Calleja, der zu den besten jungen Opernstars der Gegenwart gehört, wird sich heute mit einem Konzert im mährischen Ostrava / Ostrau vorstellen. Calleja wird von der Janáček-Philharmonie Ostrava begleitet, die unter der Leitung ihres Chefdirigenten Theodor Kuchar spielen wird. Zusammen mit Calleja wird auch seine Frau, die junge moldawische Sopranistin Tatjana Lisnic auftreten. Calleja hat bereits im Januar 2007 ein Konzert in Prag gegeben. Den Veranstaltern des Ostrauer Konzerts zufolge kehrt der Tenor nach Tschechien gern zurück. Das Publikum in Ostrau darf sich auf die schönsten Arien und Duette aus Opern von Donizetti, Puccini, Pietri und weiteren Komponisten freuen, hieß es.
Wetter
Heute ist es in Tschechien heiter bis bewölkt, die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 20 bis 24 Grad Celsius.
(radio Prag)
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