Unter dem Eindruck der globalen Lebensmittelkrise bereiten die G8-Staats- und Regierungschefs ihr Gipfeltreffen am Montag (07.06.2007) in Japan vor.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) schickte nach Informationen des "Spiegel" ein warnendes Schreiben an ihre G8-Kollegen, in der sie vor internationalen Sicherheitsproblemen als Folge der Nahrungsmittelknappheit warnt.
"Demokratisierung gefährdet"
Bildunterschrift: Großansicht des Bildes mit der Bildunterschrift: Angela Merkel Merkel warnt in ihrem sechsseitigen Schreiben laut "Spiegel", die Lebensmittelkrise könne "die Demokratisierung gefährden, Staaten destabilisieren und sich zu internationalen Sicherheitsproblemen auswachsen". Die Kanzlerin hatte demnach Ende April eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die Ursachen und Folgen der Nahrungsmittelknappheit analysieren und Lösungsvorschläge machen soll.
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Finanzielle Soforthilfen gegen Lebensmittelkrise ... Kanzlerin will nach eigenem Bekunden bei der Bekämpfung der Lebensmittelkrise auf die Förderung der einheimischen Landwirtschaften in den betroffenen Staaten setzen. Nötig sei eine Aufstockung der Soforthilfe, schneller Zugang zu Saatgut und Dünger sowie der Stopp von Exportbeschränkungen wie in Indien. Auch der global wachsende Anbau für Biosprit könne zu einem Preisanstieg für Nahrungsmittel führen.
Klimaschutz bleibt Thema
Bildunterschrift: Großansicht des Bildes mit der Bildunterschrift: Als Regierungschefs verkleidete Gipfelgegner singen in Sapporo Karaoke "Wir werden darüber beraten, wie die Industrieländer den afrikanischen Ländern bei der Stärkung ihrer eigenen bäuerlichen Landwirtschaft helfen können", sagte Merkel in ihrer am Samstag veröffentlichten wöchentlichen Video-Botschaft. Auch die Problematik der Bio-Kraftstoffe müsse aufs Tapet, "damit hier keine Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion entstehen kann". In dem vom "Spiegel" zitierten Papier kündigte Merkel überdies an, Deutschland werde in diesem Jahr 750 Millionen Dollar (knapp 478 Millionen Euro) für die Lebensmittelversorgung in armen Ländern bereitstellen. Insgesamt benötigten die 30 ärmsten Länder der Welt 20 Milliarden Dollar für Nahrungsmittelimporte.
Die Kanzlerin forderte die Industriestaaten zudem zu ehrgeizigen Zusagen für den Klimaschutz auf. "Ich hoffe, dass wir einige gemeinsame Verpflichtungen eingehen können, die deutlich machen, dass wir bis zur Mitte des Jahrhunderts mindestens 50 Prozent der CO2-Emissionen einsparen müssen", sagte Merkel in ihrer Videobotschaft vom Samstag.
"Schlüssel zur eigenen Zukunft"
Bildunterschrift: Großansicht des Bildes mit der Bildunterschrift: Demonstrantin in Sapporo Auch der britische Premier Gordon Brown erklärte, Hilfe für die Armen spiele für die Zukunft des Westens eine Schlüsselrolle. Brown sagte in einem Interview mit dem "Guardian", es sei im eigenen Interesse der G8-Staaten, Armut und Klimawandel in Angriff zu nehmen. Verstärkte Bemühungen bei diesen Problemen seien "auch der Schlüssel zu unserer eigenen wirtschaftlichen Zukunft", sagte Brown.
Schnelles Handeln bei Lebensmittelkrise und Klimawandel forderten auch Tausende Demonstranten in Sapporo, unweit des G8-Tagungsortes Toyako. Nach Angaben der Veranstalter strömten rund am Samstag 5000 Demonstranten zusammen. Auch japanische Fischer und Reisbauern nahmen an den Protesten teil und forderten eine ausgewogenere Lebensmittelverteilung. (stu)
(Deutsche Welle)
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