"La Stampa" aus Turin
"Da standen sie also in ihrer Gipfel-Kleidung und taten vor den
Fernsehkameras so, als pflanzten sie einen Baum.
So wollten sie ihr Engagement für die Umwelt und gegen den Klimawandel Mugabe erklärt sich zum Sieger ...
Tillich neuer Regierungschef in Sachsen ... bezeugen - linkisch und ungeschickt erschienen die Führer der acht wichtigsten Industrienationen der Welt vor mindestens zwei Milliarden Fernsehzuschauern, die ihre Aktivitäten mehr oder weniger unaufmerksam verfolgten. In der Realität ist ihr ökologischer und klimapolitischer Einsatz vom Resultat her gesehen mindestens ebenso unangemessen geblieben - man könnte auch sagen genauso lächerlich - wie ihre Amtskleidung beim Pflanzen. Und wenn jemand noch Zweifel hatte, dann müsste die übliche Pressemitteilung, voll der guten Worte und Gemeinplätze, aber arm an Fakten, ihn davon überzeugt haben, wie unnütz, um nicht zu sagen schädlich diese Treffen sind."
"The Daily Telegraph" aus London
"Dieses 34. Gipfeltreffen der reichsten Demokratien hat bestätigt, dass dieses Forum irgendeine Nützlichkeit, die es mal gehabt haben mag, überlebt hat. Der G8 ist von "Kamingesprächen", wie sie 1975 die französischen und deutschen Staatschefs Valéry Giscard d'Estaing und Helmut Schmidt konzipiert hatten, zu einem Mastodon geworden, dessen Effizienz im umgekehrten Verhältnis zu seiner Größe steht. Es gibt Forderungen, China, Indien und andere Länder in die Runde der G8 aufzunehmen. Dies würde die Veranstaltung noch unbeweglicher machen. Man sollte sie ersatzlos streichen. Sie ist zu einem lächerlichen Anachronismus verkommen."
"Nepszava" aus Budapest
"Afrika hat nur ein Viertel der schon früher versprochenen Gelder erhalten, bei den Klimazielen drückte man sich wieder einmal um konkrete Vorgaben herum. Warum ist das so? Nun, etwas maliziös ausgedrückt, ist die Demokratie an allem schuld. Die Politiker sind stets nur ihren eigenen Wählern gegenüber in der Verantwortung. Bei den Wahlen in den USA, in Deutschland, Großbritannien und den anderen G8-Ländern stimmen die hunderte und aberhunderte Millionen Menschen aus den Entwicklungsländern nicht mit - so wie auch die Umwelt und das Klima nicht."
"Le Monde" aus Paris
"Hätten die Verantwortlichen des G8-Gipfels dieses Schauspiel absichtlich inszeniert, hätten sie es genauso getan: Die acht reichsten Länder der Welt haben gezeigt, dass sie die wichtigsten Probleme des Planeten nicht mehr allein oder miteinander regeln können. Um Lösungen zu suchen, müssen sie ab jetzt die wichtigsten Schwellenländer wie China, Indien und Brasilien in ihre Überlegungen und Bemühungen miteinbeziehen. In Toyako ist der G8 vermutlich gestorben. Es lebe der G13 oder ein noch größerer Kreis."
"Svenska Dagbladet" aus Stockholm
"Dass man sich in der G8-Gruppe auf eine gemeinsame Klima-Rhetorik geeinigt hat, ist ein kleiner Schritt auf dem Weg. Obwohl ein so langfristiges Ziel wie die Halbierung der CO2-Emissionen bis 2050 in Wirklichkeit wenig mehr als leere Worte bedeutet. Macht- und Führungsverhältnisse werden sich ändern. Auch wenn man sich rhetorisch an diesen 40-Jahresplan halten wird, dürfte er das traurige Schicksal aller Langzeitpläne für die Wirtschaft teilen. In der kommenden Zeit werden Lebensmittelpreise, globale
Sicherheitsfragen, die Energiekrise und die stagnierende
Weltwirtschaft für die G8-Länder wichtiger sein als langfristige
Klimaziele. Es scheint noch eine weiter Weg zu sein, bis die
Klimapolitik aus der Sackgasse kommt, in der sie derzeit steckt." (ako)
(Deutsche Welle)
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